Sigrun Drapatz
1963 born in Waldbroel, lives and works in Berlin and Kiel
Studies
1992–1998 Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste, Berlin bei Christina Kubisch und Lothar Baumgarten
1989–1992 Studium an der Fachhochschule für Gestaltung, Hamburg bei Sigrid Sigurdsson
http://www.sigrun-drapatz.de
1963 born in Waldbroel, lives and works in Berlin and Kiel
Studies
1992–1998 Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste, Berlin bei Christina Kubisch und Lothar Baumgarten
1989–1992 Studium an der Fachhochschule für Gestaltung, Hamburg bei Sigrid Sigurdsson
http://www.sigrun-drapatz.de
Selected list of exhibitions
Solo:
2011 ».. wer aber sah auf Zulaikhas zerrissenes und zerstörtes Herz?«
Muzej Sarajeva, Historisches Museum Sarajevo, Bosnien-Herzegowina
2004 »Von Hüben nach Drüben«
Kieler Kloster u. Galerie in der Kulturscheune Hof, Akkerboom, Kiel
2001 »Moses Töchter«
Turm im Burchardikloster, Halberstadt (K)
2000 »Fotografie und Zeichnung«
Kunststück und Stiller Raum, Hamburg
1995 »Mitgift«
Frankas Salon, Berlin mit Franka Ueberschaer
1994 »Boskie cialo«
Photo-Medium-Art Galerie, Wroclaw, Polen
Group:
2012 »Tandem« Depo, Istanbul
2011 »Sultan und Rosinen« in der Kunstwandelhalle, Bad Elster
2011 »Reconsidering Roma - Aspects of Roma and Sinti Life in Contemporary Art«
Kunstquartier Bethanien/ Studio 1, Berlin
2009 »Bruchstückhaft Deutsch, wir setzen uns zusammen«
Casino auf der Freiheit, Schleswig
2008 »Sultan und Rosinen« in Antalya
Akdeniz Universität, Art Park Galerie, Türkei
2008 »Rhythmus«
Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden
2007 »Sultan und Rosinen« in Rumänien
Galerie für Zeitgenössische Kunst des Brukenthalmuseums, Sibiu
Deutsches Kulturzentrum, Brasov
Muzeul de Arta, Constanta
2006 »der Blick – lautlose Sprache«
art transponder, Berlin (K)
2005 »Sultan und Rosinen« in Berlin
Kunstfaktor Produzentengalerie
2005 »positions – directions«
Galerie im Elbeforum, Brunsbüttel (K)
2004 »artventure«
Kas, Türkei (K)
2003 »Kulturelles Erbe und Zeitgenössische Kunst«
Altstadt Antalya, Türkei (K)
2003 »Konzept Papier«
Kulturforum Burgkloster zu Lübeck, Lübeck
Solo:
2011 ».. wer aber sah auf Zulaikhas zerrissenes und zerstörtes Herz?«
Muzej Sarajeva, Historisches Museum Sarajevo, Bosnien-Herzegowina
2004 »Von Hüben nach Drüben«
Kieler Kloster u. Galerie in der Kulturscheune Hof, Akkerboom, Kiel
2001 »Moses Töchter«
Turm im Burchardikloster, Halberstadt (K)
2000 »Fotografie und Zeichnung«
Kunststück und Stiller Raum, Hamburg
1995 »Mitgift«
Frankas Salon, Berlin mit Franka Ueberschaer
1994 »Boskie cialo«
Photo-Medium-Art Galerie, Wroclaw, Polen
Group:
2012 »Tandem« Depo, Istanbul
2011 »Sultan und Rosinen« in der Kunstwandelhalle, Bad Elster
2011 »Reconsidering Roma - Aspects of Roma and Sinti Life in Contemporary Art«
Kunstquartier Bethanien/ Studio 1, Berlin
2009 »Bruchstückhaft Deutsch, wir setzen uns zusammen«
Casino auf der Freiheit, Schleswig
2008 »Sultan und Rosinen« in Antalya
Akdeniz Universität, Art Park Galerie, Türkei
2008 »Rhythmus«
Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden
2007 »Sultan und Rosinen« in Rumänien
Galerie für Zeitgenössische Kunst des Brukenthalmuseums, Sibiu
Deutsches Kulturzentrum, Brasov
Muzeul de Arta, Constanta
2006 »der Blick – lautlose Sprache«
art transponder, Berlin (K)
2005 »Sultan und Rosinen« in Berlin
Kunstfaktor Produzentengalerie
2005 »positions – directions«
Galerie im Elbeforum, Brunsbüttel (K)
2004 »artventure«
Kas, Türkei (K)
2003 »Kulturelles Erbe und Zeitgenössische Kunst«
Altstadt Antalya, Türkei (K)
2003 »Konzept Papier«
Kulturforum Burgkloster zu Lübeck, Lübeck
Selected list of projects
2011/12 »benim - ich bin« in Kooperation mit Cinema Derneg Diyarbakir
2011/12 »das Wörterbuch vom (Nicht-) Dazugehören« (mit M. Jas)
2008 »Construction of history«
Symposium und Workshop in Zusammenarbeit mit der Akdeniz Universität Antalya, Türkei
2006 »Sultan und Rosinen – ein orientalisches Märchen«
Kurzfilm (mit M .Poppe, E. Drapatz)
since 2005 »Sultan und Rosinen – Fremdbilder und Selbstreflexionen zum Orient«
Konzeption des Kunstprojektes
(mit E. Drapatz, M. Poppe, T. Kahramann, R. Mirkovic, T. Serbay, I.Topcuoglu)
2003 »Zeitgenössische Kunst und Kulturelles Erbe«
Konzeption der Ausstellung in Antalya, Türkei
(mit T. Kahramann, T. Serbay, I.Topcuoglu)
Projects with children and adults
since 2008 »KidSch – Künstler in die Schulen«
Künstlerische Leitung des Projektes bei Zukunftsbau, Berlin
2008/09 »Columbus- eine Reise«
Interdisziplinäres Kunstprojekt mit Schülern und Senioren
(mit F. Ritter, S. Büchner, B. Tefera), gefördert durch Kulturprojekte Berlin
2007/08 »Jung und Alt – Bewegte Bilder«
Trickfilmprojekt mit Schülern der T.M. Grundschule, Berlin
(mit S. Büchner, S Helmboldt)
2007 »Zwischenstimmen«
Radiosendung mit Frauen arabischer Herkunft, IZDB, Berlin
(mit T. Serbay, E. Drapatz)
2006 »Zwischenstimmen«
Radiosendung mit Schülern der Hauptschule im Bildungszentrum Mettenhof und der Friedjof- Nansen Schule, Kiel
(mit T. Serbay)
2005 »Sultan und Rosinen«, Papiertheater
(mit M. Poppe, E. Drapatz)
2005 »Hinter den Höfen«
Kinderstadtplan mit Schülern der Thomas-Mann-Grundschule,
(mit T. Serbay, G. Jakobsen, J. Müller)
2011/12 »benim - ich bin« in Kooperation mit Cinema Derneg Diyarbakir
2011/12 »das Wörterbuch vom (Nicht-) Dazugehören« (mit M. Jas)
2008 »Construction of history«
Symposium und Workshop in Zusammenarbeit mit der Akdeniz Universität Antalya, Türkei
2006 »Sultan und Rosinen – ein orientalisches Märchen«
Kurzfilm (mit M .Poppe, E. Drapatz)
since 2005 »Sultan und Rosinen – Fremdbilder und Selbstreflexionen zum Orient«
Konzeption des Kunstprojektes
(mit E. Drapatz, M. Poppe, T. Kahramann, R. Mirkovic, T. Serbay, I.Topcuoglu)
2003 »Zeitgenössische Kunst und Kulturelles Erbe«
Konzeption der Ausstellung in Antalya, Türkei
(mit T. Kahramann, T. Serbay, I.Topcuoglu)
Projects with children and adults
since 2008 »KidSch – Künstler in die Schulen«
Künstlerische Leitung des Projektes bei Zukunftsbau, Berlin
2008/09 »Columbus- eine Reise«
Interdisziplinäres Kunstprojekt mit Schülern und Senioren
(mit F. Ritter, S. Büchner, B. Tefera), gefördert durch Kulturprojekte Berlin
2007/08 »Jung und Alt – Bewegte Bilder«
Trickfilmprojekt mit Schülern der T.M. Grundschule, Berlin
(mit S. Büchner, S Helmboldt)
2007 »Zwischenstimmen«
Radiosendung mit Frauen arabischer Herkunft, IZDB, Berlin
(mit T. Serbay, E. Drapatz)
2006 »Zwischenstimmen«
Radiosendung mit Schülern der Hauptschule im Bildungszentrum Mettenhof und der Friedjof- Nansen Schule, Kiel
(mit T. Serbay)
2005 »Sultan und Rosinen«, Papiertheater
(mit M. Poppe, E. Drapatz)
2005 »Hinter den Höfen«
Kinderstadtplan mit Schülern der Thomas-Mann-Grundschule,
(mit T. Serbay, G. Jakobsen, J. Müller)
BLUMENGEFLÜSTER – BRIEFFRAGMENTE AUS DEM SERAIL | EINFÜHRUNG
Motive aus der Sammlung »Blumengeflüster« | 2004-...
»Blumengeflüster - Brieffragmente aus dem Serail«
»Blumengeflüster« ist eine Sammlung fiktiver, autobiografischer Aufzeichnungen von Frauen aus dem osmanischen Serail. Die Sammlung wird kontinuierlich durch neue »Autobiografien« erweitert wird. Dabei bedient sich Sigrun Drapatz verschiedener Mittel, die zwischen historischen Quellen und Fiktion changieren. »Blumensprache« ist die geheime Sprache der Frauen aus dem Harem, mit der sie Botschaften nach »Außen« versenden. »Brieffragmente« sind Zeichnungen und Schriftstücke, durch die Sigrun Drapatz Biografien einzelner Frauenpersönlichkeiten entwickle.
Der Ort des »Serail« dient dem Westen seit Jahrhunderten als eine Projektionsfläche für zügellose Phantasien. Tatsächlich war der osmanische Serail ein »melting pool«, in dem Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft die Machtzentrale des Osmanischen Reiches bildeten. Dies betraf auch die Frauen: Als unfreiwillige Migrantinnen sind sie durch das Schicksal der Sklaverei in den Serail gelangt. Mit dem Eintritt in den Harem bekamen sie einen neuen Namen, zumeist den einer Blume. Die jungen Frauen und Mädchen wurden ihren Fähigkeiten und Erscheinungen nach umfassend ausgebildet. Ihnen wurde ein Platz innerhalb des streng hierarchischen Systems des Serails zugewiesen, von dem aus sie bis zur Schatzmeisterin oder Sultansfavoritin aufsteigen konnten. Damit hatten sie die Chance, Mutter eines zukünftigen Sultans zu werden, die mächtigste Frau im Reich. Im Normalfall jedoch schieden die Frauen nach einigen Jahren aus dem Serail aus. Sie wurden ihrem Status entsprechend mit einer Mitgift ausgestattet und verheiratet. (Nur die Favoritinnen, Frauen mit denen der Sultan sexuellen Kontakt hatte, blieben ihr Leben lang im Serail).
Sigrun Drapatz erarbeitet »Brieffragmente«: Schriftstücke, Zeichnungen, als fiktive Hinterlassenschaften unterschiedlicher »Autorinnen«. Die Schriftstücke sind in arabisch anmutenden Lettern, die keiner wirklichen Sprache verpflichtet sind, geschrieben und teilweise ergänzt durch kleine Gegenstände. Aus den beigefügten »Übersetzungen« wird ihr Inhalt erschlossen. Die Texte basieren zum Teil auf historischen Quellen, zum Teil sind sie erfunden. Sie lassen die Herkunft der »Autorin« und die Umstände, durch die sie in den Serail gelangt sein könnte, erahnen. Es werden Aspekte des täglichen Lebens im Harem und Perspektiven nach ihrem Ausscheiden angesprochen. Jede »Autorin« steht für eine individuelle Biografie und die jeweilige Beziehung ihres »Herkunftslandes« zu dem Osmanischen Reich. Zu jeder »Dame« gehört eine Broschüre, in der dokumentiert ist, wie bzw. wo die Künstlerin die »Brieffragmente« gefunden hat. Sie sind im Stil wissenschaftlicher Spekulation über die Fundstücke verfasst. Geografisch umspannt das Gebiet, auf das sie sich in ihrer Arbeit konzentriert, Mittel- und Osteuropa, den Kaukasus, den Nahen Osten und Teile Nordafrikas: das Einflussgebiet des ehemaligen Osmanischen Reiches.
Im fortschreitenden Anwachsen der Arbeit entsteht durch das Nebeneinander der verschiedenen Biografien ein facettenreiches Kultur- und Geschichtsbild, das sich aus den verschiedenen Ebenen zwischen Realität, Traum und Fiktion und Bildern eigener und fremder Provenienz zusammensetzt. Die Arbeit schärft durch den Wechsel der Perspektiven den Blick auf Geschichte als variable Konstruktion. Auf der Spurensuche nach einer Vergangenheit begegnen dem Betrachter Projektionen und Erfindungen.
Die Arbeit »Blumengeflüster – Brieffragmente aus dem Serail« steht in enger Verbindung mit dem kulturübergreifenden Kunst Projekt »Sultan und Rosinen«
Motive aus der Sammlung »Blumengeflüster« | 2004-...
»Blumengeflüster - Brieffragmente aus dem Serail«
»Blumengeflüster« ist eine Sammlung fiktiver, autobiografischer Aufzeichnungen von Frauen aus dem osmanischen Serail. Die Sammlung wird kontinuierlich durch neue »Autobiografien« erweitert wird. Dabei bedient sich Sigrun Drapatz verschiedener Mittel, die zwischen historischen Quellen und Fiktion changieren. »Blumensprache« ist die geheime Sprache der Frauen aus dem Harem, mit der sie Botschaften nach »Außen« versenden. »Brieffragmente« sind Zeichnungen und Schriftstücke, durch die Sigrun Drapatz Biografien einzelner Frauenpersönlichkeiten entwickle.
Der Ort des »Serail« dient dem Westen seit Jahrhunderten als eine Projektionsfläche für zügellose Phantasien. Tatsächlich war der osmanische Serail ein »melting pool«, in dem Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft die Machtzentrale des Osmanischen Reiches bildeten. Dies betraf auch die Frauen: Als unfreiwillige Migrantinnen sind sie durch das Schicksal der Sklaverei in den Serail gelangt. Mit dem Eintritt in den Harem bekamen sie einen neuen Namen, zumeist den einer Blume. Die jungen Frauen und Mädchen wurden ihren Fähigkeiten und Erscheinungen nach umfassend ausgebildet. Ihnen wurde ein Platz innerhalb des streng hierarchischen Systems des Serails zugewiesen, von dem aus sie bis zur Schatzmeisterin oder Sultansfavoritin aufsteigen konnten. Damit hatten sie die Chance, Mutter eines zukünftigen Sultans zu werden, die mächtigste Frau im Reich. Im Normalfall jedoch schieden die Frauen nach einigen Jahren aus dem Serail aus. Sie wurden ihrem Status entsprechend mit einer Mitgift ausgestattet und verheiratet. (Nur die Favoritinnen, Frauen mit denen der Sultan sexuellen Kontakt hatte, blieben ihr Leben lang im Serail).
Sigrun Drapatz erarbeitet »Brieffragmente«: Schriftstücke, Zeichnungen, als fiktive Hinterlassenschaften unterschiedlicher »Autorinnen«. Die Schriftstücke sind in arabisch anmutenden Lettern, die keiner wirklichen Sprache verpflichtet sind, geschrieben und teilweise ergänzt durch kleine Gegenstände. Aus den beigefügten »Übersetzungen« wird ihr Inhalt erschlossen. Die Texte basieren zum Teil auf historischen Quellen, zum Teil sind sie erfunden. Sie lassen die Herkunft der »Autorin« und die Umstände, durch die sie in den Serail gelangt sein könnte, erahnen. Es werden Aspekte des täglichen Lebens im Harem und Perspektiven nach ihrem Ausscheiden angesprochen. Jede »Autorin« steht für eine individuelle Biografie und die jeweilige Beziehung ihres »Herkunftslandes« zu dem Osmanischen Reich. Zu jeder »Dame« gehört eine Broschüre, in der dokumentiert ist, wie bzw. wo die Künstlerin die »Brieffragmente« gefunden hat. Sie sind im Stil wissenschaftlicher Spekulation über die Fundstücke verfasst. Geografisch umspannt das Gebiet, auf das sie sich in ihrer Arbeit konzentriert, Mittel- und Osteuropa, den Kaukasus, den Nahen Osten und Teile Nordafrikas: das Einflussgebiet des ehemaligen Osmanischen Reiches.
Im fortschreitenden Anwachsen der Arbeit entsteht durch das Nebeneinander der verschiedenen Biografien ein facettenreiches Kultur- und Geschichtsbild, das sich aus den verschiedenen Ebenen zwischen Realität, Traum und Fiktion und Bildern eigener und fremder Provenienz zusammensetzt. Die Arbeit schärft durch den Wechsel der Perspektiven den Blick auf Geschichte als variable Konstruktion. Auf der Spurensuche nach einer Vergangenheit begegnen dem Betrachter Projektionen und Erfindungen.
Die Arbeit »Blumengeflüster – Brieffragmente aus dem Serail« steht in enger Verbindung mit dem kulturübergreifenden Kunst Projekt »Sultan und Rosinen«
EZAN | »KESIK MINARE«
Installationsansicht | Edding auf lackierter Alufolie | 100 x 1050 cm | Eisendrahtgerüst | Antalya | 2003 Foto: T. Onan
Weit sichtbar ist die Ruine des Kesik Minare (abgeschnittenes Minarett) in der Altstadt von Antalya. Einst stand an dieser Stelle ein römischer Tempel. Der Tempel wich einer prächtigen byzantinischen Basilika, die später zu einer Moschee umgebaut wurde. Diese fiel 1919 einem Brand zum Opfer. Seitdem ist kein Muezzin mehr auf den Balkon herausgetreten, das Minarett schweigt, das Gemäuer verfällt. Mit der Phonokalligrafie des Ezan, dem Ruf des Muezzins zum Gebet, hat das Minarett seine Funktion zurückbekommen.
Das Wort Phonokalligrafie ist ein von Sigrun Drapatz eingeführter Begriff für einen Teil ihrer Zeichnungen. Sie leitet es von den Wörtern Phonogramm und Kalligrafie ab. Das Phonogramm bezeichnet die Aufzeichnung von Schallwellen (z. B. Sprache) auf einem Tonträger. Kalligrafie ist die Kunst des schönen Schreibens. Unter Phonokalligrafie versteht die Künstlerin das schöne Aufzeichnen von Lauten in lautgetreuer Schrift.
Installationsansicht | Edding auf lackierter Alufolie | 100 x 1050 cm | Eisendrahtgerüst | Antalya | 2003 Foto: T. Onan
Weit sichtbar ist die Ruine des Kesik Minare (abgeschnittenes Minarett) in der Altstadt von Antalya. Einst stand an dieser Stelle ein römischer Tempel. Der Tempel wich einer prächtigen byzantinischen Basilika, die später zu einer Moschee umgebaut wurde. Diese fiel 1919 einem Brand zum Opfer. Seitdem ist kein Muezzin mehr auf den Balkon herausgetreten, das Minarett schweigt, das Gemäuer verfällt. Mit der Phonokalligrafie des Ezan, dem Ruf des Muezzins zum Gebet, hat das Minarett seine Funktion zurückbekommen.
Das Wort Phonokalligrafie ist ein von Sigrun Drapatz eingeführter Begriff für einen Teil ihrer Zeichnungen. Sie leitet es von den Wörtern Phonogramm und Kalligrafie ab. Das Phonogramm bezeichnet die Aufzeichnung von Schallwellen (z. B. Sprache) auf einem Tonträger. Kalligrafie ist die Kunst des schönen Schreibens. Unter Phonokalligrafie versteht die Künstlerin das schöne Aufzeichnen von Lauten in lautgetreuer Schrift.
















